Konzertkritik: Auf verträumten Schwingen in ein pompöses Finale

Ein klangliches Erlebnis in der Friedenskirche


Das Sinfonieorchester der Universität Kassel, das bereits seit 25 Jahren die Herzen großer und kleiner Musikfreunde begeistert, gab am 10. Februar 2019 ein Konzert in der Friedenskirche. Nach einer kurzen Vorstellung des Ensembles durch dessen Leiter sowie Dirigenten, Malte Steinsiek, nahm das Sinfonieorchester ihre Zuhörerschaft mit auf eine romantisch musikalische Reise, die mit Edward Elgars Cellokonzert in e-Moll op. 85 begann.

Edward Elgars Cellokonzert in e-Moll op. 85

Ein langsam aufflatternder Auftakt einfühlsamer Klänge erzeugte zu Beginn des Cello-Solos eine traumverlorene Atmosphäre, die sich aus einem Meer schwingender Klänge zunehmend in die Höhe erhob und das Publikum aus einer meditativen Tiefe riss. Ein Spiel zwischen sich abwechselnder Sanftmut und aufkommender Intensität füllten im Verlauf von vier Sätzen die Räume der Friedenskirche.
Das dabei im Vordergrund stehende Cello-Solo wurde von Manfred Schumann gespielt, der bereits zuvor das Sinfonieorchester der Universität Kassel mit seiner musikalischen Erfahrung unterstützt hat. Seine Darbietung stellte einen musikalischen Genuss dar, der vom Publikum wie auch Kollegen durch heftigen Applaus gewürdigt wurde.

Im Anschluss an Elgars träumerisches Cellokonzert sowie einer kurzen Pause verzauberte das Orchester das Publikum mit Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67, welches auch den Abschluss des Konzertes bildete.

Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Bereits mit den ersten Strichen versetzen die vertrauten Klänge der „Schicksalssinfonie“ das Publikum in Spannung. Die von dem Orchester inszenierte 5. Sinfonie Beethovens faszinierte durch ihr abwechslungsreiches Spiel wellenartiger Aufstiege und melancholischer Ruhephasen, welche aus einem Arrangement verschiedener Streich- sowie Blasinstrumente ertönte. Die spannungsgeladene Energie des pompösen Abschlusses ergriff das Publikum, welches ihre Begeisterung in einem Schwall heftigen Applauses ausdrückte.
Das Orchester bedankte sich mit einer Zugabe und spielte Elgars Nimrod in den Enigma-Variationen, das die bewegten Gemüter besänftigte und einen andächtigen Eindruck hinterließ.