Ausstellung eröffnet: “Die Lutherfenster der Friedenskirche”

Ausstellung eröffnet: “Die Lutherfenster der Friedenskirche”

Am Sonntag, den 6. November 2016, wurde die Ausstellung der zerstörten Lutherfenster der Friedenskirche mit einem Gottesdienst und anschließendem Vortrag eröffnet. Der Wiesbadener Kunsthistorikerin Bettina Schüpke lauschten 70 Gemeindeglieder. In ihrem Referat führte Schüpke in die Geschichte der 1889 gegründeten Glasmalwerksatt Linnemann ein.

Kunsthistorikerin Bettina Schüpke vor der Friedenskirche

Das Oeuvre von Alexander, Otto und Rudolf Linnemann prägte die Glasmalerei der Kaiserzeit. Ihre Fenster zierten unter anderem Reichstag, Kasseler Ratskeller und neben der Christuskirche auch die Friedenskirche.

Die Fenster der Friedenskirche wurden während des Ersten Weltkrieges, in Zeiten der Inflation und wirtschaftlicher Not, in Auftrag gegeben und von der Kasseler Industriellen-Familie Henschel gestiftet. Henschels waren bekennende Luthteraner, die im reformierten Kassel in der Minderheit waren. Die Friedenskirche wurde 1908 als dritte Predigtstätte der Lutherischen Gemeinde geweiht, zu der auch die inzwischen zerstörten Kirche am Graben und die Lutherkirche gehörten. Die historischen Fenster der Friedenskirche können daher als betonte Selbstdarstellung der Lutherischen in Kassel verstanden werden.

Rekonstruktion: So könnten die Nordfenster (Elfbuchenstraße) ausgesehen haben.

Im Längsschiff zierte ein achtteiliger Lutherzyklus die Obergaden. Jeweils zwei Rundbogenfenster waren unter einem der vier Wappen-Medaillonfenster zu sehen. Auf der nebenstehenden Fotomontage ist der nördliche Lichtgaden abgebildet, wie er ausgesehen haben könnte. Die Seitenschiffchen wurden von Vater-Unser-Engeln in den Fenstern erhellt. Im Querhaus waren Wappen bedeutender Protestanten angebracht. Zudem zeigt ein großformatiges Fenster die Überreichung des Augsburger Bekenntnisses. Womöglich waren hier weitere Glasmalereien verarbeitet, die nicht erhalten sind. Zumindest gibt es drei exponierte Fenster von denen keine Glasmalerei überliefert ist. Die Chorfenster (hinter der westlichen Orgelempore) waren mit Singvögeln geschmückt. Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel des Kasseler Sonntagsblattes mit detaillierten Beschreibungen einzelner Luther-Fenster.

Ohne die Arbeiten von Oliver Doerr vom Atelier für Bühnenbild und Räume wäre unsere Ausstellung der Lutherfenster nicht möglich. Als ausgewiesener Fachmann hat er die Ausstellung der großformatigen farbigen Entwurfszeichnungen der Glasmalwerkstatt Linnemann realisiert. Von ihm stammen auch Postkarten, die in der Friedenskirche für 5 Euro erworben werden können.

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14.30-16.30 Uhr,
Donnerstag 17-19 Uhr,
Samstag 10.30-12.30 Uhr

Helfen Sie uns bei der Finanzierung unserer Ausstellung “Die Lutherfenster der Friedenskirche”. Per Crowdfunding bitten wir um 1000 Euro für die Präsentation der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchenfenster der Friedenskirche. Unterstützen Sie unser Projekt unter www.zusammen-gutes-tun.de/lutherfenster

// lk Stand: 6. November 2016