60 Jahre Gemeindebriefe: Die Friedenskirchengemeinde 1954

60 Jahre Gemeindebriefe: Die Friedenskirchengemeinde 1954

1954 erschien die erste Ausgabe des Gemeindebriefes der «Evang. Kirchengemeinde der Friedenskirche»: „Nun geht der erste Gemeindebrief unserer Friedenskirchengemeinde hinaus an unsere Gemeindeglieder hin und her.“ Insgesamt 286 Ausgaben erschienen bis 2007 und ermöglichen einen tiefen Einblick in das Gemeindeleben der letzten 60 Jahre. Seit 2007 gibt die Friedenskirche ihren Gemeindebrief gemeinsam mit den Kirchengemeinden Kreuzkirche und Wehlheiden heraus. Alle Ausgaben haben wir für Sie digitalisiert und können im Online-Archiv eingesehen werden.

1954 erschienen fünf Ausgaben mit schwarz-weiß Foto der Friedenskirche und in Frakturschrift, die erst 1962 aus den Gemeindebriefen verschwinden sollte. In der Erstausgabe folgt auf das Geleit der Pfarrer Kost, Jagnow und Lic. Schüler ein Beitrag mit der Überschrift „Wie unsere Friedenskirchengemeinde entstanden ist“. Dort ist u.a zu lesen: „Sehr viele alte Gemeindeglieder wurden uns entführt, neue Gemeindeglieder (man denke auch an unsere lieben Gemeindeglieder aus dem deutschen Osten!) zugeführt. Wir schätzen, dass wir gegenüber dem Jahre 1938 zu 5/6 neue Gemeindeglieder haben“ (Nr. 1 1954: 2).

Überwiegend sind die ersten Ausgaben lange Listen mit Namen der Konfirmanden, der Getauften, der Getrauten und derer, die zur letzten Ruhe geleitet wurden. Den Namen der Männer sind Berufsbezeichnungen vorangestellt, Frauen tragen wahlweise den Zusatz «Frau, Ehefrau oder Witwe». Neben den Gottesdiensten (im Winterhalbjahr 10 und 17 Uhr, im Sommerhalbjahr 8.30 und 10 Uhr und Kindergottesdienst 11.20 Uhr) finden sich wöchentliche Angebote für die Jugend (3x Jungschar, Mädelkreis und Kinderstunde), Kirchenchor, Flötenkreis, Mütterkreis, Frauenhilfe und Bibelstunde. Pfarrer Lic. Schüler hielt jeden zweiten Montag im Monat einen konfessionskundlichen Vortrag. Die Abkürzung lic. weist Pfarrer Schüler als Lizentiat aus, also als Inhaber einer akademischen Licentia docendi („Erlaubnis, zu lehren“). Dieser Grad wurde von den evangelisch-theologischen Fakultäten in Deutschland im Rahmen eines Promotionsverfahrens vergeben.

Der Blick in die Anzeigen zeigt zum Teil noch bestehende Läden wie Fleischerei Adam Burghardt, Wilhelm Bäcker (Bäcker Becker), Buchhandlung Ernst Hühn, Hornschuh oder zumindest noch bekannte Institutionen wie die Beethoven-Apotheke und Reformhaus Lichtquell. Überdies finden sich in den alten Gemeindebriefen viel mehr Bibelzitate als heute, ganze Psalmen sind abgedruckt. Mehr zu Himmelfahrtsfest, Gemeindeausflug, Evangelische Woche und Reformationsfest finden Sie in den Gemeindebriefen Nr. 1 bis 5 Jg. 1954.

// lk, Stand: 11. September