Gemeindebrief Juni – September 2020

Gemeindebrief Juni – September 2020

Anfang Juni ist der neue Gemeindebrief 3-2020 erschienen und kann hier eingesehen werden. Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Angedacht

Pfingsten wird auch der Geburtstag der Kirche genannt. Nach den biblischen Erzählungen wurde Menschen in der Nachfolge Jesu in der Zeit nach seiner Auferweckung der Heilige Geist verliehen. Sie bekamen damit die gleichen Rechte wie er selbst. Es wird berichtet, wie die so Befähigten nur zögerlich davon Gebrauch machten und selbst erstaunt waren, wenn es ihnen gelang, genauso wie Jesus zu heilen, Gemeinschaft zu stiften oder Menschen Gott nahe zu bringen.

Das ist es auch, was die Kirche heute noch tun soll.

Im apostolischen Glaubensbekenntnis wird die Kirche die Gemeinschaft der Heiligen genannt. Gemeint ist nicht, dass die in ihr versammelten Menschen in besonderer Weise moralisch integer seien, sondern dass sie heilsame Erfahrungen gemacht haben. Die erste davon ist die Taufe. Im Augsburger Bekenntnis, der wichtigsten evangelischen Glaubensschrift, wird die Kirche die Versammlung der Gläubigen genannt. In ihr kommen Menschen zusammen und erfahren Gemeinschaft im Glauben. Sie sind auf ein gemeinsames Ziel hin ausgerichtet und versuchen es zu erreichen. Die Wege dahin sind durch die Zeiten und Länder sehr verschieden gewesen, so wie die Konfessionen der Christenheit; das Ziel selbst ist aber allen gemeinsam. Das gilt übrigens auch noch heute. Wir sind Kirche,  wenn wir aus Glauben zu Gott unterwegs sind, wenn wir auf diesem Weg aufeinander achten und gemeinsam erfahren, dass Gott es gut mit uns meint.

Herzlich grüßt Sie
Hardy Rheineck, Pfarrer in Wehlheiden

Neue Formen der Verkündigung in der Corona-Krise

#stärkeralsdertod
Vor Ostern startete der Kindergottesdienst der Kreuzkirche die Aktion Ostersteine.

Die Kinder suchten Steine mit glatter Oberfläche und bemalten sie mit Bildern der Hoffnung. So entstanden bunte Ostersteine. Steine? Ja, richtig: Steine! Sie erinnern an den schweren Stein, der damals Jesu Grab verschloss. Am Ostermorgen war er zur Seite gerollt. Das Grab war leer.

Der Stein als Zeichen der Botschaft, dass Gott den Tod besiegt hat.

Hoffnung auf Leben und für‘s Leben haben wir in diesem Jahr besonders nötig. Die bunten Steine konnte man verschenken oder einfach auf dem Spazierweg, einer Bank oder vor einer Haustür ablegen. Wer vor lauter Traurigkeit und Sorge nur nach unten sehen konnte, hat in der Zeit um Ostern herum vielleicht so einen Stein gefunden und Hoffnung geschöpft, dass das Leben stärker ist als der Tod.

Pfarrerin C. Risch

Kirchenöffnung

In der Corona-Krise hat es sich bewährt, dass wir schon seit 20 Jahren die Friedenskirche auch an Werktagen öffnen. Ehrenamtliche führen die Aufsicht und sind als Ansprechpartner da. An den  Sonntagen und den Feiertagen haben die Pfarrer während der sonst üblichen Gottesdienstzeit den Raum für das persönliche Gebet geöffnet. Vertraute, die auch sonst die Gottesdienste der Friedenskirche besuchen, freuten sich, ihren Kirchenraum aufsuchen zu können. Unter den Besuchern waren auch einige, die sich offenbar zufällig durch die geöffnete Tür zum Kirchenbesuch einladen ließen. Ein besonderes Zeichen für die Umgebung der Friedenskirche war die musikalische Botschaft von zwei Hörnern am Ostersonntag vom Turm aus: Christ ist erstanden!

Pfarrer M. Meißner

Konfirmandenarbeit
In der neuen Konfirmandengruppe Friedenskirche-Kreuzkirche hatten wir uns am 10. März zum ersten Mal getroffen und gerade mal die Namen voneinander kennengelernt. Die neue, speziell für die Konfirmandenarbeit entwickelte KonApp hat uns geholfen, weiter in Verbindung zu bleiben. So konnten sich die Gruppenmitglieder mit ein paar Sätzen zu ihren Hobbies und ihren Stärken etwas kennenlernen. Bei einem weiteren Treffen mit der KonApp haben wir uns mit Ostern beschäftigt. Mit dem Film „Sengelmann sucht Ostern“ haben die Konfis einiges über die Karwoche
und das Osterfest gelernt. Beim nächsten digitalen Zusammentreffen gab es die Aufgabe, glatte Steine zu sammeln und als Ostersteine zu gestalten. Sie wurden mit einem Zeichen der Hoffnung bemalt und ihnen wurde ein Hoffnungswort aus der Bibel zugeordnet. Ein Foto vom so gestalteten Osterstein konnte an Menschen gesendet werden, die die Konfis zu dieser Zeit nicht besuchen konnten.

Pfarrer M. Meißner

Spaziergangsmeditation am Katharina-von-Bora-Haus

Ostern ohne Gottesdienst und auch Karfreitag kein Gottesdienst! Wir konnten es uns gar nicht vorstellen. So kamen wir auf die Idee, durch Bilder die Ereignisse der Karwoche und des Osterfestes dazustellen. In dieser Zeit um Ostern, in der nichts möglich war, sind viele Menschen doch einzeln oder zu zweit spazieren gegangen. Wir luden ein, bei so einem Spaziergang diese Bilder zu betrachten und so die Passionszeit und das Osterfest wahrzunehmen. So wie alte Kirchen innen mit Bildern der Bibel geschmückt sind, erschien in dieser Zeit nach außen sichtbar an den Fenstern des langen Ganges am Katharina-von-Bora-Haus an jedem Tag ein neues Bild. Gefertigt wurden die Bilder von KirchenvorsteherInnen, dem Vikar und den PfarrerInnen.

Es war eine Predigt in Bildern, die da entstanden, die mit jedem Tag Neues erzählte und vielen Freude machte.

Pfarrerin J. Richter-Schröder

Sonntagsgruß für Erwachsene und Kinder

In der Zeit, in der keine Gottesdienste gefeiert werden konnten, gab es in Wehlheiden den Sonntagsgruß: Briefe an einer Wäscheleine vor den Kirchentüren, zum Mitnehmen. Es gab kleine Briefe für Erwachsene und große Briefe für Kinder.

Für die Kinder war es jeden Sonntag eine kleine Überraschung mit Gebet, Psalm, Liedvorschlägen, Geschichten und kreativen Ideen. „Neben den guten Angeboten im Internet für Kinder haben wir sonntags nun auch ein Ziel für einen Spaziergang und etwas, auf das wir uns freuen“, sagte eine Mutter.

Daran anknüpfend haben sich schon schöne Gespräche über Mail und Videochat ergeben. „Wie sieht eigentlich der Himmel aus?“ fragte mich ein Junge über Skype. Solche Gespräche sind sehr  wertvoll und zeigen: Wir bleiben in Kontakt. Wir teilen unsere Fragen, auch über Gott, die in diesen Zeiten manchmal drängender werden. Das ist bei den Erwachsenen so – und auch bei den Kindern!

Pfarrerin G. Schlottmann