16. November: Gods of Molenbeek beim 36. Kasseler Dokfest

16. November: Gods of Molenbeek beim 36. Kasseler Dokfest

Am Samstag, 16. November, 14:30 Uhr, zeigt das 36. Kasseler Dokfest in Kooperation mit der AG Frieden & Ökumene der Friedenskirche im GLORIA-Kino den Film:

Aatos ja Amine (Gods of Molenbeek)

Reetta Huhtanen / Finnland, Belgien, Deutschland 2019 / 72 Min.

Existiert ein Gott? Und falls ja, welcher? Diese und viele andere Fragen beschäftigen den sechsjährigen Aatos und seinen besten Freund Amine, die uns auf eine Reise durch ihre abenteuerliche Welt der Kindheit mitnehmen. Hier wird alles zum Abenteuer: eine Spinne, die zu ihnen spricht, Frösche, die zu Prinzen wachgeküsst werden sollen, und vor allem die vielseitige Götterwelt: Allah, Thor, Poseidon, Hermes. Das Besondere: Die aufgeweckten Jungs wohnen in Molenbeek, einem Stadtteil Brüssels, der in jüngster Vergangenheit aufgrund von Terroranschlägen zu Bekanntheit gelangte und seitdem in den Medien als „Brutstätte für Dschihadisten“ gehandelt wird. Bedrohung und Gewalt dringen auch immer wieder in die Erlebniswelt der Kinder – in Form von Radionachrichten oder omnipräsenten Militärwachposten, die sogar den Rucksack von Aatos durchsuchen. Und nicht zuletzt Demonstrationen der muslimischen Gemeinschaft und solidarischen Mitbürger/innen, die sich von Pauschalisierung und Schuldzuweisung distanzieren. Dabei schaffen es die beiden Jungprotagonisten zu zeigen, wie Integration wirklich funktioniert: Aatos hat eine finnische Mutter und einen chilenischen Vater, Amine ist Moslem und seine Familie stammt aus Marokko. Aber dort ist es so heiß, dass man „sogar nachts schwitzt und jeden Tag acht Liter Wasser trinken muss“. Aatos und Amine nehmen die Zuschauer/innen mit ihrer unglaublichen Wissbegierde, Offenheit und Power von der ersten Sekunde an für sich ein. Die wunderbare Kamera schafft es, die Welt aus ihrer Perspektive (wortwörtlich „auf Augenhöhe“) einzufangen, Erwachsene spielen dabei nur Nebenrollen. Und die beiden zeigen uns, wie Integration funktionieren kann – ohne Vorbehalte gegenüber anderen Kulturen und Religionen. „Woran erkennt man einen Moslem?“, fragt Aatos. „Daran, dass er kein Schweinefleisch isst“, sagt Amine. So einfach kann es sein.

Weitere Infos: https://www.kasselerdokfest.de/