Kirchenfenster

Kirchenfenster

Heute ist nur noch an der Außenfassade zu sehen, wo sich ursprünglich die Fenster des Obergaden befanden. Mit der Innenraumsanierung 1968/69 wurden die Fenster im Langhaus zugemauert (siehe Baugeschichte). Akustische Gründe hatten es nötig gemacht, unterhalb des Gewölbes zwei sich kreuzende perforierte Holztonnen einzuziehen. Dieses Tonnengewölbe prägt heute den Innenraum. Zugunsten der verschwundenen Fenster im Langhaus wurden die Seitenfenster im Querhaus vergrößert. Das Dach der Altenstube musste abgeflacht werden, damit die Fenster an der Nordseite mehr Licht einlassen. Diese Buntglasfenster geschaffen vom Marburger Künstler Joachim (Jochen) Spies, bei der Sanierung 1968/69 eingebaut, sind heute noch zu sehen.

Das Bild rechts zeigt das Zentralfenster im nördlichen Querhaus. Die Nord-Fenster – unter denen sich das Abendmahlgemälde befindet – sind kleiner als die Süd-Fenster.

Auf den ursprünglichen Fenstern in der 1908 geweihten Friedenskirche waren Erzählungen abgebildet. Im nördlichen Lichtgaden zeigten die Glasfenster Szenen aus dem Leben Martin Luthers. Diese Fenster wurden von der Firma Henschel gestiftet. Die Familie Henschel ist wohl die bekannteste Kasseler Familie, die lutherischen Glaubens war und zu den fast 50 000 Lutheranern im Kassel des anfänglichen 20. Jahrhunderts zählt.

Während die anderen lutherischen Kirchen (Kirche am Graben und Lutherkirche) im Zweiten Weltkrieg bis auf den Lutherturm vollständig zerstört wurden, blieb die Friedenskirche im Vergleich zu anderen Kasseler Kirchen gut erhalten. Neben dem Eingangsportal und Teilen des Gewölbes waren aber auch die Glasfenster den Luftangriffen zum Opfer gefallen. Als 1948 der Kirchraum wieder hergerichtet war, zierten schlichte Fenster ohne farbige Elemente den Innenraum. Zu Pfingsten 1956 waren die Fenster, zum Teil gespendet durch den Konfirmandenjahrgang, fertig bemalt. Die Nordseite wieder mit Luther, die Südseite mit Jesus. “Die Fenster, die mit den beschränkten Mitteln der Nachkriegszeit liebevoll bemalt worden sind, bedürfen leider dringend der Erneuerung, weil die nur aufgestrichene Farbe vom Glas abblättert.” Zudem waren die Holzrahmen verfault und die bemalten Normalglasfenster schluckten die Hälfte des Lichteinfalls.

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