Vor 60 Jahren: Die Friedenskirchen-Gemeinde 1959

Vor 60 Jahren: Die Friedenskirchen-Gemeinde 1959

Seit 1954 gibt die Friedenskirche Gemeindebriefe heraus. Heute blicken wir 60 Jahre zurück und fassen den Jahrgang 1959 zusammen:

50 Jahre Kirchenchor (Nr. 31 Mrz./Apr. 1959)

1909 wurde der Chor der Friedenskirche gegründet; als Verein mit Vorstand, Hauptversammlung und Mitgliedsbeiträgen. Am 1. Februar 1959 feierte dieser Chor unter der Leitung von Hermann Schleiden sein 50-jähriges Bestehen. Dietrich Buxtehudes Choralkantate „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“ war der Höhepunkt des Festgottesdienstes. Am Nachmittag wurde im Gemeindehaus eine Feierstunde begangen, der auch vier Gründungsmitglieder beiwohnten. Der Landesverband evangelischer Kirchenchöre von Kurhessen und Waldeck ehrte 18 Sängerinnen und Sänger für 25, 45 und 48 Jahre aktives Singen. Der Bericht im Gemeindebrief ist verbunden mit dem Aufruf, „daß stimmbegabte Damen und Herren [sich] einfinden möchten, die Freude am Singen haben und an unserer Kirchenchorarbeit teilnehmen wollen“.

Gemeindebücherei (Nr. 32. Mai/Juni 1959)

Die Ausleihstunden donnerstags und sonntags ermöglichten den Benutzern des Bibliotheksraum im Gemeindehaus die Auswahl zwischen über 300 Bänden. Die Leigebühr in der ehrenamtlich betriebenen Gemeindebücherei betrug für 14 Tage zehn Pfennige.

Gemeindeausflug (Nr. 33 Juli/Aug. 1959)

Seit 1934 findet jährlich, neben einer Bootstour im Spätsommer, ein Ausflug in das Kasseler Umland statt. Den Auftakt machte vor 25 Jahren der Ausflug in die Lutherstadt Eisenach. 1959 füllte die Gemeinde drei Busse, die um 8 Uhr gen Spangenberg fuhren, das 650 Jahre Stadtrechte feierte. Nach einem Abstecher in Hersfeld ging es zum Knüllköpfchen nahe Schwarzenborn, den Ausblick hielt „Frau Koch-Ohrtmann“ in einer Zeichnung fest. Dieser Nach einem Aufenthalt in Homberg war gegen 22.30 Uhr war die Rückkehr in Kassel. Seit 1988 findet der Gemeindeausflug nicht mehr regeläßmäßig statt.

Am 18. August fand der alljährliche Gemeindeausflug mit dem Dampfer Elsa ins Fuldatal statt. Der Gemeindebrief beschreibt „herrlichstes Friedenskirchenwetter“, die Abendandacht fand im „Kirchlein Spiekershausen“ statt.

Kirchenvorstandswahl (Nr. 32  Mai/Juni; Nr. 33 Juli/Aug.1959)

Am 31. Mai 1959 wurden aus 20 Wahlvorschlägen zehn neue Kirchenvorsteher gewählt und später fünf berufene Mitgliedern ernannt, darunter ein Frau. Zwei Ehrenmitglieder und fünf Ersatzmitglieder komplementieren den Kirchenvorstand. Beamte und Handweker bilden die häufigsten Berufe:

  • Tischlermeister, Bäckermeister (2x, u.a. Becker), Schneidermeister, Klempnermeister, Friseurmeister, Tapezierermeister
  • Finanzpräsident i.R., Oberzollsekretär, Oberlandesgerichtsrat i.R., Konrektor i.R., Staatsanwalt, Justizobersekretär, Straßenbahnschaffner i.R.,
  • Kaufmann (2x), Zahnarzt, Facharzt, Ingenieur
  • Verwaltungsangestellter, Küster i.R.

Diakoniesonntag: Innere Mission (Nr. 34 Sep./Okt. 1959)

Die Haussammlung für die Innere Mission (jetzt: Diakonie) wurde vom 5. bis 10. September erbeten. Geworben wurde mit Baumaßnahmen: kriegszerstörte Kapelle für das Diakonissenhaus in Kassel, das Siechenhaus in Hofgeismar sollte wieder ein Krankenhaus bekommen, und Hephata „wird auch notwendige Wünsche haben“. In Kurhessen-Waldeck betrieb die Innere Mission im Jahr 1959 116 Ansalten mit 55 000 Insassen. Mit einem Diakonischen Jahr und dem Hilfsdienst der Schülerinnen höherer Lehranstalten an Sonntagen zur Entlastung der Krankenschwestern waren damalige Reaktionen auf den damaligen „Pflegenotstand“.

Mehr zu Mütter-Erholung, Weltflüchtlingsjahr, Gemeinde- und Männerabenden, sowie den Küstern erfahren Sie in den Gemeindebriefen Nr. 30 bis 35 Jg. 1959. Bisher sind folgende Jahresberichte erschienen:

Titelbild: Zeichnung von „Frau Koch-Ohrtmann“: Knüllköpfchen nahe Schwarzenborn.